Lektion II: Auch chinesisch will gelernt sein

Vor einiger Zeit hat sich das ZDF mit einer fehlerhaften Übersetzung eines auf russisch beschrifteten Schildes in Finnland ziemlich blamiert. Hat wohl aber außer mir kaum jemand mitbekommen. Darauf kann die Max-Planck-Gesellschaft nun nicht hoffen. Die taz berichtet über einen peinlichen Vorfall: Die letzten Ausgabe ihrer Wissenschaftszeitung trägt auf dem Cover chinesische Schriftzeichen, deren Übersetzung wohl Interpretationssache ist. Eine promovierte Sinologin bewertet sie als Literatur, einige Muttersprachler_innen, die auf die Versendung über den Mailverteiler reagiert haben, sehen das ganz anders. Aufgrund der sexuellen Anspielungen, die der fragmentarische Text enthält, ist das Cover geändert worden. Diese Reaktion zeigt, dass es aufmerksame Zeitgenoss_innen gibt, die zumindest bei wichtigen Publikationen Protest initiieren können.

Aber was ist mit den Massenmedien, denn hier werden die Bilder in unseren Köpfen zuallererst geformt. Ein kritischer Blick auf Übersetzungen aus ‚fremden‘ Sprachen scheint unabhängig von der Reputation bei allen medialen Produkten angebracht. Problematisch bleibt, dass bei dieser kritischen Haltung der gesunde Menschenverstand nicht ausreicht, die richtigen Sprachkenntnisse müssen her, sonst müssen wir uns auf offenbar schlecht abgesicherte Übertragungen verlassen – und sind verlassen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: