Kein Gott, nicht mal ein Schalk

Danilola hat schon über die Ekel-Wette bei „Wetten, dass …?“ in der letzten Woche und die Reaktionen darauf (viel schneller als ich) berichtet. Mangels Alternativen sind wir dabei am ZDF kleben geblieben, keine gute Entscheidung. Aber nicht nur deshalb. Gottschalk hat seine besten Tage definitiv hinter sich. Allein wie er bei der Ankündigung sein jahrelanges Warten auf diese Wette ausbreitet, und nein, er kann sich auch nicht enthalten, den Bezug zum Dschungelcamp selbst herzustellen. Und das alles natürlich nur für seine Zuschauer_innen, die eben nicht mal geradeaus denken können.

Über das unselige Interview mit Reich-Ranicki nach dem Eklat beim Deutschen Fernsehpreis habe ich mich noch immer nicht abgeregt. Nicht nur, dass der alte Mann weniger Zeit und weniger Gesprächspartner hat als versprochen, Gottschalk okkupiert auch noch einen Großteil der Redezeit, um seine eigenen Ansichten über das Publikum zu verbreiten. Darauf hätten alle gut verzichten können. Reich-Ranicki stehe für eine Elite, der der gute Moderator nicht folgen könne, vor allem weil sein noch viel blöderes Publikum dann gar nicht mehr einschalten würde. Gottschalk verteidigt offen die Volksverdummung in den Medien. Die Zuschauer_innen wollten es ja nicht anders.

Dieses Gerede kann ich wirklich nicht mehr ertragen. Wer braucht 5 Zoosendungen jeden Nachmittag? Wen interessiert das Leid all der Familien, die ihre intimsten Lebensumstände im Fernsehen ausbreiten wirklich? Egal mit wem ich rede, alle finden das Programm unter aller Sau. Geguckt wird trotzdem, aber daraus zu schließen, das Niveau könne gar nicht niedrig genug sein, ist doch ein bisschen dämlich. Mit der Wette vom Samstag hat Gottschalk gezeigt, was er von seinem Publikum hält. Viele haben zum Glück (und wahrscheinlich, weil sie mehr als 8 Sender haben) ihre Fernbedienung benutzt und weggeschaltet. Vielleicht kapiert Gottschalk ja, was sein Publikum ihm damit sagen will, aber ich habe da ja so meine Zweifel.

Aber auch das ist noch immer nicht alles. In der Sendung sind mir immer wieder so Anspielungen und Kommentare aufgefallen, die die stereotypen traditionellen Geschlechterrollen manifestieren. Es sei doch gut, dass Seal auch mal als Sänger auftrete, damit er sich als Mann in der Familie behaupten könne. Und lauter so andere Scherze immer in diese Richtung. Gottschalks penetrantes Verhalten seinen weiblichen Gästen gegenüber wird von switch! aufs Korn genommen. Diese Satire funktioniert, obwohl sie nur wenig übertreibt. Ein Armutszeugnis für den Parodierten, wie ich finde. Am besten kommen aber die Blumensträuße für die Frauen am Ende der Sendung. Da frage ich mich jedesmal, ja wozu? Dieses Ritual ist bei youtube gut zu sehen, davor eine Ankündigung, die leider nur ein Aprilscherz war. Hat gar keiner gelacht, warum nur? Was sucht so jemand noch immer so prominent bei einem öffentlich-rechtlichen Sender? Den bezahlen wir mit unseren GEZ-Gebühren. Wenn das nichts sinnvolles ist!

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