Eva Herman und kein Ende

Ti Leos Zitat des Tages vom Freitag hat mich in ungeahnte Tiefen fallen lassen. Was Eva Herman da zum Thema Gender Mainstreaming verzapft hat, ist echt unglaublich. Was nicht alles in einen großen Topf geworfen werden kann. Schon die Gleichung gender = gender mainstreaming geht nicht auf und alles, was ansonsten über diese beiden Begriffe vom Stapel gelassen wird, spottet jeder Beschreibung. Die Dame hat keine Ahnung, aber davon eine ganze Menge. Ich finde es so unglaublich, dass eine ausführlichere Argumentation einfach nicht drin ist. Ich nehme mir mal einfach die rosa Elefanten raus und schieße zurück.

Da wird Feminismus als „grausige Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau“  bezeichnet und in Anlehnung an BILD als „irre“ charakterisiert. Eine wirklich vertrauenswerte Quelle.

Simone de Beauvoir ist eine „ehemalige“ Feministin. Weil sie tot ist oder was? Und John Money wird in einem Atemzug mit gender mainstreaming genannt – also viel verfälschender kann von diesem grausigen Experiment kaum berichtet werden. Money ist einer der ersten, die den Begriff ‚gender‘ verwenden, aber das hat nichts mit feministischer Wissenschaft zu tun, sondern ist das fortschrittsbeseelte Streben eines männlichen Wissenschaftlers nach Ruhm und Anerkennung. Aber auf diese Weise betrachtet, käme die Polemik gegen gender natürlich zu kurz.

gender‚ bedeute, dass es keine Geschlechter gebe und jederzeit zwischen verschiedenen gewählt werden könne. Und die Auswahl ist groß: trans- und homosexuell sind ebenso ‚Geschlechter‘ wie männlich und weiblich. Da habe ich im Studium wohl einige wichtige Bedeutungsnuancen verpasst. Tja, das kann an einer Massenuni wohl mal passieren.

Homophob ist das Pamphlet sowieso, sicherheitshalber wendet sich aber eine kleine Passage gegen eben diesen Vorwurf.  Homophobie ist wirklich eine gemeine Anschuldigung und die Strafbarkeit ein großer Skandal. Außerdem werden Kinder in der Schule verführt, und zwar „zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung“. Ich bin schockiert.

Die Erkenntnis, dass gender häufig als Synonym für ‚Frauen‘ verwendet wird, muss übersteigert werden: es gehe NUR um Frauen und Männer würden ganz fies in ihre Grenzen verwiesen.  Das ist wirklich das Ende des christlichen Abendlandes – welch ein Drama!

Auf eine solche Polemik kann ich nur ebenso polemisch reagieren und überlege gerade, ob sie es überhaupt wert ist, besprochen zu werden. Die Verlagsseite, auf der das ganze zu finden ist, ist wohl kaum besonders populär. Aber da diese Seite es ebenso wenig ist, besteht wohl kaum die Gefahr, dass ich ihr unberechtigte Aufmerksamkeit verschaffe. Außerdem kann ich mich wenigstens damit beruhigen, dass ich diesen Stuss nicht unwidersprochen gelassen habe.

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3 Kommentare

  1. 18. Januar 2010 um 13:52

    […] Das habe ich am Donnerstag gedacht – aber das ist ja nun schon eine Weile her und siehe da: das erste hässliche Bild ist mir schon über den Weg gelaufen und zwar auf dieser Seite, die ich keinesfalls empfehlen möchte, denn am Freitag ist da noch ein anderer grausiger Artikel erschienen, den ich noch kommentieren werde. […]

  2. Aventin said,

    18. Februar 2010 um 08:51

    Es gibt keine „Feministische“ Wissenschaft!

  3. quietschie said,

    18. Februar 2010 um 12:04

    Oh doch!


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