Hey Alice, der Zweck heiligt noch lange nicht die Mittel

Und dann war da noch dieser kleine Aufreger gestern: Alice Schwarzer antwortet Bushido. Nach der Lektüre des taz-Artikels dachte ich noch: gut! Muss ja mal jemand sagen, was das für ein Sexist ist. Aber dann war ich doch zu neugierig, was die Alice denn nun wirklich selber schreibt – und bin in meiner Meinung über sie leider bestätigt worden.

Polemik – ok. Aber die Art hat mir Bauchschmerzen gemacht, ohne dass ich so richtig artikulieren konnte, wieso. Deshalb dickes Danke an Magda von der Mädchenmannschaft, die sich die Arbeit gemacht hat, den Brief durchzugehen und die entsprechenden Stellen zu kommentieren. Es geht dabei keinesfalls darum, Bushido zu verteidigen, sondern die Missstände in Alices Argumentation aufzuzeigen. Und das muss einfach erlaubt sein, denn noch immer ist AS in der deutschen Öffentlichkeit die Feministin schlechthin. Ich bin zwar auch Feministin, aber so würde ich einfach nicht um mich prügeln. Mir ist auch egal, wie angegriffen AS sich gefühlt haben mag, sie ist Profi und es wäre schön, wenn das ihren Auslassungen auch anzumerken wäre. Die Idee den Stil zu kopieren finde ich super, aber wäre das nicht vielleicht auch ohne Sexismen und Rassismen möglich gewesen?

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4 Kommentare

  1. Ben said,

    10. Februar 2010 um 17:19

    I second that! Es ist schon beinahe traurig, zu sehen wie AS sich manchmal aufführt. Ich glaube mittlerweile schadet sie der Sache mehr, als dass sie ihr nützt. Manchmal frage ich mich, ob sie mit Ihrer Art den Diskurs zu führen, ihrem Habitus und ihrem Geschlechterbild nicht in den 70ern stehengeblieben ist. Vielleicht berauscht sie sich aber nur an ihrer eigenen (eingebildeten?) Bedeutung und tut für Medienaufmerksamkeit alles (das zumindest legt ihre BILD-Werbung nahe).

  2. quietschie said,

    10. Februar 2010 um 18:57

    Ich befürchte, du hast mit beiden Punkten recht. Für Mediengeilheit spricht auf jeden Fall das aufgesetzte
    „Was läge da näher, als ein öffentlicher Fight mit Alice Schwarzer? Ich tu dir den Gefallen aber nicht.“
    Denn auch wenn der Konflikt nicht in den traditionellen Medien stattfindet, die interessierte Öffentlichkeit (sprich: wir und Alices Kollegen aus den Printmedien) bekommt ihn doch mit und so wird es schön weitergetragen. Noch mehr kostenlose PR für Bushido. Und die war nun wahrlich nicht nötig.
    Aber wir reden eben auch wieder über AS. Da hat sie sich doch clever an die Werbung für den Film rangehängt, um selbst mal wieder ins Gespräch zu kommen. Ohne Ironietags ist das fast zynisch, aber ich fürchte, Ironie ist an dieser Stelle leider fehl am Platze.

  3. quietschie said,

    11. Februar 2010 um 18:13

    Ja, es ist möglich! Lori hat auf ihrem blog einfach mal einen anderen Brief an Bushido geschrieben, der zeigt, wie es geht und was das wirkliche Problem mit seinem Auftreten und seinen Texten ist. Danke!

  4. lorimelon said,

    11. Februar 2010 um 19:05

    Kein Problem 😉


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