Schaut mal … er hat tatsächlich mal eine Gute Idee

Gestern habe ich mir ein rotes Kreuz im Kalender gemacht. Es ist etwas passiert, das so schnell sicher nicht wieder kommt. Ich habe den Eindruck, dass Wolfgang Schäuble tatsächlich mal eine gute Idee hatte. So kommt es zumindest in der taz rüber. Ob er sie auch umsetzen kann, wird abzuwarten bleiben. Im Verteidigungshaushalt soll mit Abstand am meisten gespart werden, der Verkehr ist das zweitgrößte ‚Opfer‘ seiner Vorschläge. Ich befürchte ja, hier werden hohe Forderungen aufgestellt, um überhaupt etwas zu erreichen, denn die entsprechenden Lobbys werden schon gute Arbeit leisten. Aber allein für die Idee bin ich gerade sehr dankbar. Denn das zeigt, dass es andere Bereiche als Bildung und Soziales gibt, in denen gespart werden kann.

Ich weiß auch, dass er beim Elterngeld Sparpotential sieht, aber die „Verlängerung der Vätermonate“, die Schröder momentan plant, ist für mich keine heilige Kuh, sondern eher ein reaktionärer Versuch, bestimmte Schichten noch mehr zu fördern und andere ganz auf der Strecke zu lassen. Ich versuche gerade, mir den ‚Sparzwang‘ schön zu reden, aber das klappt nicht wirklich so recht – gut so, denn was wäre ich ohne kritische Haltung.

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7 Kommentare

  1. Ben said,

    22. Mai 2010 um 00:31

    Ich fürchte, es ist keine gute Idee, einerseits im Verteidigungshaushalt sparen zu wollen, andererseits aber von der Bundeswehr zu verlangen, im Mittleren Osten Krieg zu führen. Man kann nur eins von beidem haben: erfolgreiche Kampfeinsätze oder erfolgreiche Sparmaßnahmen. Oder glaubst Du, die CDU will ernsthaft aufhören, Krieg zu führen? Nachdem sie so froh waren, dass „wir“ auch endlich wieder dürfen?

  2. drei Hälften said,

    22. Mai 2010 um 21:40

    Das fürchte ich ja auch. Aber ich finde es doch erstaunlich, dass so eine Idee überhaupt öffentlich geäußert werden kann. Außerdem denke ich, dass eine Abschaffung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes eine ganze Menge Geld sparen würde. Ich bezweifele aber, dass er das im Sinn hat.

  3. Ben said,

    23. Mai 2010 um 00:04

    Ich bezweifle, dass durch die Abschaffung des Zivildienstes Geld zu sparen ist, eher im Gegenteil. Derzeit ist es doch so, dass unser Sozialsystem zu einem nicht unerheblichen Teil von unterbezahlten Zivildienstleistenden aufrecht erhalten wird. Und jetzt stell Dir vor, die müssten alle durch voll bezahlte Arbeitnehmer ersetzt werden. Das wird teuer.

  4. drei Hälften said,

    23. Mai 2010 um 00:23

    Das sehe ich anders: bedenke den administrativen Aufwand und die Zusatzleistungen, die beide Gruppen erhalten. Das zahlen natürlich nicht die Träger, aber wenn sie diese zusätzlichen Mittel (die durch die Abschaffung auch eingespart würden) selbst zur Verfügung hätten, um unbefristete Vollzeitstellen zu schaffen, macht das wahrscheinlich keinen großen Unterschied. Außer dass junge Männer früher in den Beruf starten, sozialversicherungspflichtige Jobs geschaffen werden und bei den Trägern mehr Kontinuität erreicht wird.

  5. Lori said,

    3. Juni 2010 um 19:24

    wahrscheinlich würde die bundeswehr schonmal eine menge sparen, wenn sie ihre propganda …äh.. werbefeldzüge durch schulen usw. einfach mal lassen würde, soweit ich weiß bilden die für sowas extra leute aus, die bräuchte man dann nicht mehr 🙂

  6. drei Hälften said,

    3. Juni 2010 um 22:33

    Auch dieser Punkt ist leider nur zu wahr.

  7. Mario H. said,

    5. Juni 2010 um 14:48

    Es ist auf jeden Fall an der Zeit, den Wehrdienst abzuschaffen. Schon allein wegen der Wehrgerechtigkeit. Auch der Sinn des Wehrdienstes von 1/2 Jahr erschließt sich mir nicht. Und nicht zuletzt hat die Wehrpflicht sich selbst überlebt, dadurch, dass es die früheren Feinde eben nicht mehr gibt. Dass dann auch der Zivldienst fallen muss, ist klar. Andererseits stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit, wenn die Weiblichkeit nicht dienen müssen…
    Sinnvoller ist imho, wenn FSJ & Co. mehr gefördert werden, wenn Unternehmen den Sinn dieser Maßnahmen einsähen etc. Man könnte vlt auch darüber nachdenken, die Zeit im Studium, der Ausbildung anzurechnen. Dann hätte man vlt auch Menschen in dieser Ersatzzeit, die wirklich interessiert sind, und die nicht nur keinen Wehrdienst leisten möchten…


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