Ein wahrlich Großer

Meine letzte lange Zugfahrt habe ich nachmittags in Mannheim unterbrochen, um mir die Alexander-der-Große-Ausstellung im REM zu Gemüte zu führen. Weil ich bei Homer an einem Gewinnspiel teilgenommen habe, bin ich postalisch über diese neue Ausstellung informiert worden und hatte es mir entsprechend schon länger vorgenommen, mal wieder in Mannheim ein Päuschen einzulegen.

Und sie hat mir richtig gut gefallen. Eine gelungene Mischung von Bildzeugnissen, Texten und anderen Formen der Illustration – Multimedia im Wortsinne. Immer wieder gibt es Animationen, die den Verlauf des Eroberungszuges oder die Gestalt Babylons oder das Aussehen eines Tempels rekonstruieren und durch die bewegten Bilder eine klarere Vorstellung davon schaffen, worum es eigentlich geht, als das Statuen und Vasen allein vermögen. Aber auch solch echte Objekte und einige Nachbildungen zum Anfassen fehlen nicht, so dass eine gewisse Authentizität erreicht wird.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie weit Alexanders Heer tatsächlich gekommen ist und wie die traditionellen Kulturen damit umgegangen sind. Es ist wichtig, die zeitgenössischen, griechischen Vorstellungen, was ein Perser ist, zu reflektieren.

Und schließlich ist es faszinierend, das auch bei dieser Figur die Haare eine entscheidende Rolle spielen: die Löwenmähne wird heute wie damals als Zeichen von Mut und Männlichkeit interpretiert und mit dem bartlosen Kinn kontrastiert, dass die Jugend des Feldherrn unterstreiche.

Advertisements