Lise war schon immer meine Favoritin

Der heutige Comic von xkcd ist einfach zu wahr und wunderbar motivierend. Neben Lise Meitner, Emmi Noether und Marie Curie gibt es zum Glück noch ein paar mehr Vorbilder, an die eine junge Wissenschaftlerin sich halten kann… Und nie vergessen: es zählt leider nicht nur die Leistung, die eine erbracht hat.

… oder vielleicht doch nicht? I

In den letzten Tagen hatte ich viel Spaß mit der Liste der größten feministischen TV-Momente vom Missy-Magazin. Die Golden Girls und Ellens Coming out waren echte Hingucker. Aber ein bisschen weiter unten wird ein Interview mit Dagmar Reim verlinkt, die 2003 als erste Frau an die Spitze eines öffentlich-rechtlichen Senders in Deutschland kam. Und dann dachte ich mir: interessante Seite, dieses branchenblog für medienmacher. Aber beim Überfliegen der Auflistung der anderen Videointerviews wurde mir klar: MedienmachER. Ich fürchte, das liegt nicht an der Ausrichtung der Seite, sondern an den Verhältnissen der Branche. In einer wirklich langen Reihe finden sich gerademal sechs weitere Frauen und weil die Liste so kurz ist, zähle ich sie einfach mal auf: Susanne Matthiessen, Bascha Mika, Mercedes Riederer, Domenika Ahlrichs, Silke Springensguth, Mercedes Bunz.

Solange ich solche Beispiele nicht mit der Lupe suchen muss, sondern ständig unbeabsichtigt über sie stolpere, kann mir niemand weißmachen, der Feminismus sei überholt oder es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen. Sie kommen nicht an und sind unsichtbar, aber das heißt nicht, dass es sie nicht gibt!

Jetzt geht’s los

Ich warte schon seit vier Jahren darauf, aber erst jetzt ist es soweit. Die CDU-Landesfürsten kommen aus ihren Löchern gekrochen und schießen gegen Angie. Nicht dass ich sie aufgrund ihrer politischen Haltung nicht schon immer kritisch gesehen habe, aber dass ihre eigenen ‚Parteifreunde’ auch dahinterkommen ist doch faszinierend. Da wird deutlich, dass die SPD auch ohne selbst besonders viele Frauen in hohe Positionen zu befördern gut auf ein gleichstellungsfreundliches Klima wirkt. Ich meine das jetzt anders als es zunächst klingt.

Die sogenannte Große Koalition hatte unsere Kanzlerin ganz gut im Griff. Vielen Dank an die schwache SPD! Denn solange das Regieren so einfach und an den eigenen Prinzipien orientiert war, lief es auch für die Kanzlerin gut. Außerdem waren wir ja alle überrascht, dass eine Frau – und noch dazu eine aus dem Osten – das überhaupt kann mit dem Regieren. Tja, diese Benebelungstaktiken wirken nun im Tigerentenland nicht mehr, stattdessen wird Profil erwartet. Und da wartet die Kanzlerin nicht damit auf, was gefragt ist. Dumm gelaufen. Schon ist von der „Kanzlerin ohne Führungskraft“ (Hans-Ulrich Jörges im Kommentar auf radio eins) die Rede und schwupsi sind die alten Feinde oben auf, die die Macht schon lange unter sich aufgeteilt hatten, bevor jemand sich demonstrierende Massen vorstellen konnte, die dem dicken Helmut zujubeln.

Seitdem ist viel Wasser die Havel runtergeflossen, aber auch jetzt bleibt nichts wie es war. Egal wie gerechtfertigt die Kritik politisch sein mag, die Art und Weise wie jetzt mit Angie umgesprungen wird, hat auch was mit ihrem Geschlecht zu tun. Mal sehen, ob die unvorteilhaften Fotos von ihr auch ein Revival feiern. Dann werden auch die Journalisten sie abgeschrieben haben und versuchen, sich der neuen Macht anheischig zu machen.

Das habe ich am Donnerstag gedacht – aber das ist ja nun schon eine Weile her und siehe da: das erste hässliche Bild ist mir schon über den Weg gelaufen und zwar auf dieser Seite, die ich keinesfalls empfehlen möchte, denn am Freitag ist da noch ein anderer grausiger Artikel erschienen, den ich noch kommentieren werde.

Die schwache SPD hat die Kanzlerin gestützt, weil sie neben ihr so gut aussah, dass einfach kein Kraut gewachsen schien. Aber sie wollte ja unbedingt mit dem Guido kuscheln. Eine jede trage die Folgen ihrer (politischen) Entscheidungen mit Würde. Angie wird auch das mit Bravour gelingen – dessen bin ich mir sicher.

Überall diese Haare V

Letztens der Titanic-Startcartoon über einen Herrn Walser. Sachdienliche Hinweise, die den Witz dabei erklären, muss ich leider schuldig bleiben. Aber darum geht es auch nicht. Spannend ist eher, wie hier Augenbrauen als identitätsstiftendes Merkmal gesetzt werden. An den Haaren hängt doch letztlich alles. Und ich frage mich auch, inwieweit Geschlecht hier eine Rolle spielt. Sieht die Frau wirklich am komischsten aus? Oder ist sie eher raus, weil das so ja gar nicht geht und die wuchernden Männer die Krone unter sich ausmachen?

Ein wahrlich Großer

Meine letzte lange Zugfahrt habe ich nachmittags in Mannheim unterbrochen, um mir die Alexander-der-Große-Ausstellung im REM zu Gemüte zu führen. Weil ich bei Homer an einem Gewinnspiel teilgenommen habe, bin ich postalisch über diese neue Ausstellung informiert worden und hatte es mir entsprechend schon länger vorgenommen, mal wieder in Mannheim ein Päuschen einzulegen.

Und sie hat mir richtig gut gefallen. Eine gelungene Mischung von Bildzeugnissen, Texten und anderen Formen der Illustration – Multimedia im Wortsinne. Immer wieder gibt es Animationen, die den Verlauf des Eroberungszuges oder die Gestalt Babylons oder das Aussehen eines Tempels rekonstruieren und durch die bewegten Bilder eine klarere Vorstellung davon schaffen, worum es eigentlich geht, als das Statuen und Vasen allein vermögen. Aber auch solch echte Objekte und einige Nachbildungen zum Anfassen fehlen nicht, so dass eine gewisse Authentizität erreicht wird.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie weit Alexanders Heer tatsächlich gekommen ist und wie die traditionellen Kulturen damit umgegangen sind. Es ist wichtig, die zeitgenössischen, griechischen Vorstellungen, was ein Perser ist, zu reflektieren.

Und schließlich ist es faszinierend, das auch bei dieser Figur die Haare eine entscheidende Rolle spielen: die Löwenmähne wird heute wie damals als Zeichen von Mut und Männlichkeit interpretiert und mit dem bartlosen Kinn kontrastiert, dass die Jugend des Feldherrn unterstreiche.

Bundesministerinnen-Bashing

Hier in Berlin bin ich zwar die ganze Zeit am Wirbeln, aber für ein paar politische Gedanken reicht es dann doch. Kaum hat das Kabinett ein wenig angefangen zu arbeiten, muss der Erste schon den erlauchten Kreis verlassen. Irgendwie peinlich. Aber daran hält sich kaum jemand auf. Es ist ja auch viel spannender zu schauen, wer auf welche Positionen rückt und zu bewerten, wie kompetent die Erwählten sind.

Mein erster Gedanke zu Kristina Köhler: blond und 32 – da fällt mir noch jemand anders ein,  der für den Job qualifiziert ist. Böse, böse. Aber es spiegelt die Enttäuschung, dass es zwar eine weitere Frau ins Kabinett schafft, aber warum? Weil ein Mann ‚versagt‘ hat und deshalb eine andere in ‚wichtigere‘ Bereiche aufrücken darf. Für Familie usw. kommt dann nur noch eine junge und möglichst attraktive Frau in Frage.

Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn sie denn das richtige täte. Aber die Ankündigungen im zdf-Interview am Tag der Verkündigung haben mich einfach nur niedergeschmettert. Es klang ein bisschen nach: ‚Wer es sich leisten kann, dass eine Person die Kinder zu Hause betreut, sollte in diesem Lebensmodell unterstützt werden. Aber Familien, denen sowieso schon das Nötigste fehlt, sollten durchaus weiter stigmatisiert werden.‘ Was für eine perfide Doppelbödigkeit.

Aber das ist noch nicht alles. Eine der ’neuen‘ Ministerinnen ist eine ‚alte‘, die schon mal zurückgetreten ist: Sabine Leutheuser-Schnarrenberger. Im taz-Interview vom 22. November 2009 wird sie mehrfach auf diesen Umstand angesprochen. Auch noch mal ganz am Ende:

Werden Sie wieder zurücktreten, wenn Sie sich inhaltlich nicht durchsetzen können?

Ich bin jetzt gerade drei Wochen im Amt. Machen Sie sich mal keine Sorgen um meine Durchsetzungsfähigkeit.

Ich finde es toll, wie sie sich gegen diese impertinente Frage und die implizite Zuschreibung von Unfähigkeit,  die mit ihr einhergeht, zu Wehr setzt. Ich verstehe nicht, wieso immer wieder auf diese Vergangenheit (immerhin 13 Jahre her) verwiesen werden muss. Schließlich geht es um die Zukunft.

Und dann gibt es da noch die ‚Hohe Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik‘ Catherine Ashton, die seit heute im Amt ist. Das Bild zum taz-Artikel ist wahrlich herausgepickt, aber interessant, da hier beide Teile der neuen EU-Führung speziell daherkommen. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes findet sich hingegen eine Aufnahme, die vor allem die Lady speziell in Szene setzt.

Gibt es keine vernünftigen Bilder von den beiden? Und auch von ihr? Durch diese Art der Präsentation werden neuen Ämter beschädigt und ins Lächerliche gezogen. Ich verstehe nicht so ganz, warum. Außerdem wird insgesamt deutlich, wie leicht es (auch für mich) ist, über Politikerinnen herzufallen, anstatt die Leute einfach ihre Arbeit machen zu lassen und diese dann zu kritisieren. Das ist wahrlich wichtiger als die Haarfarbe, olle Kamellen oder ein Lachen.

Überall diese Haare IV

Die Reihe reißt nicht ab. Heute habe ich es endlich geschafft, den Bildband Haare von Herlinde Koelbl genauer anzusehen. Leider habe ich nicht nur diese Ausstellung verpasst, sondern auch die erste Überblicksausstellung über ihr Werk, die bis Anfang November im Martin-Gropius-Bau zu sehen gewesen ist.

Aber ich habe zum Glück mitdenkende Freundinnen, so dass mich wenigstens eine Postkarte mit diesem dynamischen Motiv erreicht und motiviert hat, nach der Künstlerin zu suchen. Dank des Begleitbandes zur Ausstellung Haare kann ich nun noch mehr spannende Bilder von Haut und Haaren bewundern.

Dieses Motiv mag ich besonders. Es ist so alltäglich, könnte in meiner Badewanne sein. Ein bisschen eklig und doch ästhetisch. Mit Haaren ist einfach so viel machbar. Was auch noch interessant ist: hier sind sie mal getrennt von der Haut, was sofort ihre Funktion verändert. Spannend.

Puschelchen gesucht!

Die versprochene Eichhörnchengeschichte hat, wie alles andere auch, auf sich warten lassen.  Das Bildmaterial zu digitalisieren, ist nicht wirklich ein Problem, aber die Konzentration auf andere, furchtbare und wichtigere Dinge hat mich auch davon abgehalten.

Hörnchen sind neben vielen anderen Lieblingstiere meines Liebsten, also habe ich bei meinem Besuch in Kassel nicht widerstehen können und diesen Ausschnitt eines Stilllebens als Postkarte mitgenommen, die jetzt am Kühlschrank hängt und täglich freudig begrüßt wird.

Puschelchen im Stillleben

Puschelchen im Stillleben

Aber das ist nur der Anfang unserer Hörnchenabenteuer. In Triberg im Schwarzwald gibt es unzählige Kuckucksuhrengeschäfte, die zum Glück schon alle zu waren, den höchsten Wasserfall Deutschlands, der zur Touri-Abzocke missbraucht wird, und im angrenzenden Park angeblich super-viele Eichhörnchen. Der Wasserfall war ganz interessant, aber die an der Kasse versprochenen Eichhörnchen (wir hatten also dafür bezahlt!), haben sich nicht sehen lassen. Da war die Enttäuschung groß!

Aber zum Glück gibt es ja den täglichen Arbeitsweg. Und eine knappe Woche nach unserem Ausflug in den Schwarzwald kam mein Liebster aufgeregt nach Hause, denn er hat auf dem Heimweg gleich zwei Eichhörnchen gesehen. Endlich ist es ihm auch geglückt, denn ich habe sowohl in Berlin nachts auf der Straße als auch hier in Heilbronn auf unserem hauseigenen Tannenbaum und im Park kleine Puschelchen gesehen.

So, da bin ich wieder

Ich fange jetzt einfach mal wieder an. Mitten rein ins Leben, in dem ich so langsam wieder angekommen bin. Zuerst ein paar Fotos von gestern:

Warten auf den Sonnenaufgang I

Warten auf den Sonnenaufgang I

Warten auf den Sonnenaufgang II

Warten auf den Sonnenaufgang II

Warten auf den Sonnenaufgang III

Warten auf den Sonnenaufgang III

Der erste Sonnenstrahl

Der erste Sonnenstrahl

Da ist sie, die liebe Sonne

Da ist sie, die liebe Sonne

Eine solche Serie plane ich jetzt schon seit über einem Jahr. Gestern früh kam endlich alles zusammen: wolkenloser Himmel, ich bin wach und habe Zeit zu fotografieren. Das ist der Blick aus unserem Schlafzimmer. Die Tanne im Vordergrund hat uns im Sommer vor allzu starker Sonnenbestrahlung geschützt, im Hintergrund sind die bewaldeten Kuppen der Weinberge zu sehen. Ein wenig weiter oben, wären vielleicht sogar die Reben zu sehen, die gerade voll hängen.

Bei solchem Wetter musste ich natürlich raus und habe eine wunderbare Radtour über Felder und Weinberge gemacht, die mich bei hochsommerlichen 28°C gehörig ins Schwitzen gebracht hat. Das ist das Leben, wie es sein soll!

Frühlingsluft

… haben wir gestern tatsächlich zum ersten Mal schnuppern können. Über 10 Grad und Sonnenschein, da haben wir uns nachmittags noch mal auf den Weg in die Umgebung gemacht, ich bin auf meinem dunkelgrünen Frosch ein paar kleine Berge hoch – und wieder runter. Und es hat geduftet! Nach Erde und Frühling. Wir sind noch immer ganz im Rausch und auch heute kann es wohl so weiter gehen. Sonne wir kommen! Inzwischen sind die Fahrradtouren immer mehr Alltag, aber in den Weinbergen fühle mich trotzdem ein bisschen wie im Urlaub.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, eine schon etwas ältere Errungenschaft vorzustellen. Wie das bei drei Hälften so ist, auf einem Bein steht, oder besser, auf einem Rad fährt es sich nicht gut. Deshalb habe ich in Berlin habe ich einen quietschgrünen Mifa-Frosch zur körperertüchtigenden Fortbewegung und hier einen dunkelgrünen aus dem Hause Diamant. Zum Glück hat er im Gegensatz zu dem guten alten Stück von meiner Mama eine Gangschaltung für die Berge und statt Kamikaze-Vorderbremse eine Backenbremse. Dafür fehlt noch das Körbchen. Hier noch ein Bild mit Dynamik, das zeigt, warum Frosch eine so treffende Bezeichnung ist.

Fahrradfrosch ganz forsch

Fahrradfrosch ganz forsch

Und das beste ist: die roten Schuhe hatte ich gestern auch schon wieder an, zu schön!

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