Hippokrates‘ Weisheiten

Die Luft bewirkt das Denken. (Hippokr. morb. sacr. 16,2)

Wenn das keine Aufforderung ist, vor die Tür zu gehen, sich zu bewegen und die Frühlingsluft aufzusaugen, um dann luft-gestärkt in die Studierstube zurückzukehren und fein weiter zu denken. Heute gelesen, wird morgen gemacht!

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Brosamen für die Hebammen

Die Online-Petition war ein voller Erfolg, nach Ende der Zeichnungsfrist gibt es über 100.000 elektronische und mehr als 80.000 schriftliche Mitzeichnungen. Laut wikipedia ist sie damit die bisher erfolgreichste E-Petition beim Deutschen Bundestag. Doch was hilft es, wenn im Petitionsausschuss dann zwar alle Fraktionen die hohe Bedeutung der Arbeit der Hebammen betonen, das Gesundheitsministerium jedoch dennoch keinen Handlungsbedarf sieht. Was dabei rauskommt kann heute als freudige Botschaft in den Nachrichten bewundert werden: eine Schiedsstelle entscheidet über völlig unzureichende Erhöhungen der Vergütung einzelner Dienstleistungen. Das ist weder eine Lösung, die direkt auf das eigentliche Problem – die hohe Berufshaftpflichtversicherung – gerichtet ist, noch sind die Mittel auch nur annähernd ausreichend, um wenigstens die Symptome zu behandeln. Der Hebammenverband beklagt dieses Ergebnis offen. Aber wen interessiert das schon im Fußballtaumel, der sogar eine kritische Perspektive auf die Gesundheits-Re-reform verstellt?

Schaut mal … Neues von den Hebammen

… berichtet die Mädchenmannschaft.

Schaut mal … wider den farblichen Einheitsbrei

Auch wenn es nicht so recht zum aktuellen Theme passen will, binde ich gerne diesen Button ein. Eine wichtige Petition. Die Gründe zu unterschreiben hat die Mädchenmannschaft gut auf den Punkt gebracht.

Und auch wenn ich es gerne unkommentiert ließe. Nein, hier setze ich mich nicht für die Partikularinteressen von Frauen ein. Auch wenn es um ein weiblich dominiertes Berufsfeld geht und die Sorge um weibliche Körper ein zentraler Punkt ist, werden auch Jungs geboren und (werdenden) Vätern unterstelle ich jetzt mal das Beste, nämlich, dass ihnen extrem am körperlichen Wohl von Mutter und Kind gelegen ist. Außerdem profitieren sie auch selbst davon, wenn es allen Beteiligten gut geht, weil sie vernünftig und entsprechend den eigenen Bedürfnissen betreut werden. Was nicht heißen soll, dass nur (potentielle) Eltern als Mitzeichnende in Frage kommen. Es soll ja tatsächlich möglich sein, eine gute Sache zu erkennen und zu unterstützen, ohne selbst direkt betroffen zu sein.

Überall diese Haare II

Auch heute war ich vor Haaren nicht sicher. Bei der Arbeitgeberkontaktmesse für Geisteswissenschaftler_innen an der HU war auch ein Stand eines Marktforschungsdienstleisters. Im Gespräch ging es unter anderem um kulturelle Differenzen und auf welches Beispiel verwies der nette Vertreter des Unternehmens: auf ‚Haargesundheit‘. Beim Blickkontakt mit meiner Begleitung konnten wir uns beide ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Ja, wenn es nichts Wichtigeres gibt

Heute ist Welttoilettentag. Diese Nachricht hat mich zuerst schmunzeln und dann in Erinnerungen an lustige Fotoserien schwelgen lassen. Denn außerhalb Deutschlands habe ich schon so manch interessante Toilette benutzen dürfen. Ich bin dann meistens froh, wieder zu Hause zu sein. Andererseits träume ich seit ein paar Jahren von einem eigenen Bidet, wie ich es in Italien und Portugal erlebt habe, – das wäre wahrlich ein Fortschritt.

Die eine oder andere denkt jetzt vielleicht, ‚ja wenn es nichts wichtigeres gibt‘. Aber da kann ich zweifach widersprechen. Mach ich ja am liebsten. Zum einen zeigt der taz-Artikel, den ich oben verlinkt habe, welche Probleme an der Klofront zu bewältigen sind. Gar nicht mal so unwichtig.

Und außerdem passiert hier sonst wirklich nicht viel. Oder besser: entweder ich wirbele durch die Metropolen dieser Welt (leicht übertrieben) oder ich liege lethargisch in der Provinz danieder. Die drei Oktober-Wochen in Paris und Berlin haben mir lang in den Knochen gesteckt. Dabei war die Zeit dort so schön.

Sonnenuntergang auf dem Eifelturm (ganz oben)

Und wegen der langen Pause (schon wieder) dachte ich mir, ich fange einfach irgendwo wieder an und suche nicht länger nach dem wichtigen und letzten Ereignis. Et voilà, meine erste Klostory. Ich kann mir einfach nicht verkneifen, wenigstens ein Klofoto zu zeigen.

Unser blaues Klo in Moskau

Zur Erklärung: so (also mit kaputter Brille) sah es aus, als ich ankam. Meine liebe Mitbewohnerin war zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Markt, um dem Problem abhilfe zu verschaffen. Ansonsten aber ein typisches Moskauer Wohnheimklo. Und jetzt, da ich schon mal bei Toiletten und Paris bin, eine kleine Serie: Toilettentüren in einem kleinen Restaurant im Montmatre. Wunderbarer gender-Faktor und die dargestellte Person ähnelt dem Betreiber.

Herren - Schwule - Transsexuelle (m)

Damen - Lesben - Transsexuelle (f)

Die Innenansicht dieser Tür: für alle, die nicht wissen, wo es hin soll...

Rauchen tut weh

In der letzten Woche bin ich auf zwei interessante Initiativen gestoßen, die einige vielleicht für übertreiben halten. In Berlin wird gefordert, dass Rauchen auf Spielplätzen zu verbieten und das in Brackenheim (Landkreis Heilbronn) stehende Theodor-Heuss-Denkmal wird vom Stuttgarter Nichtraucher e.V. kritisiert, weil der erste Bundespräsident der BRD mit einer Zigarrenstumpe in der linken Hand abgebildet ist. Ich finde es aber gerade wichtig, dass in so kleinen und unwichtig erscheinenden Bereichen ein Umdenken erfolgt. Sie sind Teil der Allgegenwärtigkeit und des so erweckten Eindrucks der Normalität des Rauchens. Nur wenn auch diesen ‚Kleinigkeiten‘ Einhalt geboten wird, kann ein gesellschaftliches Umdenken erfolgen und sich eine allgemein akzeptierte Neubewertung dieser verharmlosten Suchtpraxis und der mit ihr verbundenen Belästigung Nichtbeteiligter durchsetzen.

Schwimmen für alle

Gestern hat mich ein Artikel in der taz nachdenklich gestimmt. In Berlin sind jetzt Burkinis in den Schwimmbädern erlaubt. Das sind Ganzkörperbadeanzüge für Frauen,  die in arabischen Staaten breite Verwendung finden. Schon die Bezeichnung finde ich problematisch. Es ist eine Verschmelzung von Burka und Bikini. Es handelt sich aber keinesfalls um ein burkaähnliches Gewand und mit einem Bikini hat es auch wenig gemein. Ich nehme das -ini als verniedlichende und verkleinernde Endung wahr, die zur Verharmlosung der Burka beitragen kann. Meiner Meinung nach eine gefährliche Tendenz.

Und noch etwas anderes macht mich stutzig: die Testphase in zwei Berliner Hallenbädern ist auf das Frauenschwimmen begrenzt. Wozu in aller Welt ist eine solche Verhüllung des Körpers in einer reinen Frauenumgebung nützlich? Falls es um die männlichen Angestellten geht, wäre es sowieso meine Vorstellung von Frauenschwimmen, dass da gar keine Männer, also auch keine Bademeister, rumspringen. Wenn das nicht der Fall ist, wäre mal darüber nachzudenken, diese Praxis zu ändern, dann muss keine das eklige Gefühl nassen Stoffes am ganzen Körper ertragen und auch alle anderen würden sich noch wohler fühlen.

Ich kann mir überhaupt nicht verstehen, warum jemand freiwillig den ganzen Körper zum Baden einpacken wollen sollte. Ich bade ja am liebsten nackt und so empfinde ich schon Bikini oder Badeanzug, die nass am Körper kleben eklig. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass auch noch die Arme und Beine so bedeckt sind, läuft mir ein Schauer den Rücken herunter. Deshalb kann ich  mir auf den ersten Blick keine befreiende Wirkung einer solchen Bekleidung denken.

Aber es geht natürlich nicht um Frauen wie mich. Andere gehen so vielleicht endlich überhaupt öffentlich baden. Das wäre gut, wenn aber wieder andere nun gezwungen sind, sich mehr zu verhüllen als bisher, finden sie das mit Sicherheit ähnlich eklig wie ich. Es fällt mir schwer, die Begründung für die Notwendigkeit der Bedeckung nachzuvollziehen, deshalb finde ich diese neue ‚Freiheit‘ eher  befremdlich und bin auf Analysen, wie es sich auf das Badeverhalten der Zielgruppe auswirkt, gespannt, um mir dann mit mehr Kontextwissen eine fundiertere Meinung zu bilden.

Schaut mal … Medvedevs Videoblog

Bei svobodanews bin ich auf ein interessante Möglichkeit gestoßen, das Hörverstehen zu trainieren: den Videoblog des Präsidenten der Russischen Förderation. In seinem neuesten Beitrag spricht Medvedev über seinen Skiurlaub und fordert dazu auf, mehr Sport zu treiben und sich so zu erholen. Von 2:20 bis 3:20 min sind ein paar Bilder vom Skifahren und  von ‚Fans‘ zu sehen, denen der Präsident Autogramme gibt. Danach erklärt er, dass seit Jahresbeginn Kommentare hinterlassen werden können und er sie interessiert lesen wird.

Schaut mal … Rauchen schadet der Gesundheit

Gestern habe ich einen interessanten Link erhalten. Der Spiegel berichtet über eine US-amerikanische Studie zur Wirkung von Qualmrückständen auf Haut und Haaren. Das klingt beängstigend, obwohl ich selbst nicht rauche und dank Nichtraucherschutzregeln und gutem Umfeld fast verschont bleibe. Ich fand den Gestank nach der Raucherpause schon immer belästigend, aber dass er auch Anzeichen für eine gesundheitliche Gefährdung ist, wird wohl dafür sorgen, dass ich die Stinker_innen in Zukunft noch griesgrämiger mustern werde.