femen – Feminismus in der Ukraine

Gestern habe ich ein sehr düsteres Bild des feministischen Engagements in Russland gezeichnet, aber dank einer Leser_in der Mädchenmannschaft kann ich wenigstens für die Ukraine Licht am Ende des Tunnels erkennen. Sie verlinkt einen Artikel über antisexistische Aktionen ukrainischer Studentinnen bei jetzt.de. Die Gruppe femen hat auch einen eigenen Blog (russisch und ukrainisch). Ich bin erleichtert, dass es dort solche Aktionen gibt, wie zielführend und anspruchsvoll sie ansonsten vielleicht auch sein mögen.  Die Nackt-Aktionen erinnern mich ein wenig an den Studierendenstreik in Berlin 2002/2003, als einige Unerschrockene auch im Winter Flitzer-Aktionen durchgezogen haben. Darüber wurde berichtet und in der Ukraine ist das nicht anders. Sex sells.

Aber eins bleibt: dieser Artikel hat mich den Tag über optimistischer gestimmt. Denn feministisches Engagement in der ehemaligen Sowjetunion ist möglich und wird wahrgenommen. Dass die Akteurinnen selbst sich natürlich explizit vom Feminismus distanzieren, überrascht mich kaum, ändert aber auch nichts an der Ausrichtung ihrer Handlungen. Mir ist egal, wie sie es nennen, solange sie feministisch handeln.

Die Kommentare zu lesen, kann ich dann aber doch nicht ertragen. Da wuselts einfach nur wild und eindimensional daher und es geht die ganze Zeit um Prostitution. Ich fand aber gerade die verschiedenen Aktionen interessant und habe sie als Ermächtigung der Frauen, für ihre Interessen einzustehen,  angesehen. Ich muss ihnen ja nicht zustimmen, aber  gehört sollten sie werden.