Die schönen Seiten des Frauentages

In diesem Jahr hatte ich einen Frauentag voller Sonnenschein: während einer weiten Zugfahrt hat sie mich nur selten verlassen und sich bis nach Berlin locken lassen. Im Süden lag noch Schnee: das alles hatte Potential meinen legendären Moskauer Frauentag zumindest zu imitieren. Und das abendliche Treffen mit wunderbaren Frauen in fast gleicher Besetzung ließ alle Erinnerungen wieder aufleben. So bin ich sehr gelungen angekommen.

Aber der Tag hatte schon gut angefangen: mit der Nachricht über den ersten Oscar für eine Regisseurin! Und der viel zitierte Kommentar Barbra Streisands, die ihn an Kathryn Bigelow überreicht hat, darf auch hier nicht fehlen:

Well, the time has come…

Die Zeit ist reif, und zwar nicht nur dafür. Erst heute habe ich entdeckt, dass diese Seite bei den Vorschlägen für die 100 deutschsprachigen Bloggerinnen gelandet ist. Danke an Ben dafür. Zu sehen, wie viele Kommentare mit unterschiedlichsten Leseempfehlungen bei der Mädchenmannschaft eingegangen sind, stimmt mich frohgemut. Bis ich es schaffe, mich da durchzuklicken dauert es wohl eine Weile – und hoffentlich noch ein bisschen länger, wenn die verlinkten Blogs gute blogrolls haben. Ja, an meinem kann ich dann auch mal wieder was tun. Ich freu mich drauf!

Eine Zugfahrt die ist … weiß

Ein bisschen nachträglich hier ein paar Eindrücke von meiner letzten Fahrt:

Trotz Schnee und Kälte muss ich zu meinem Liebsten zurück und dafür mit dem Zug fahren. Das Wetter fordert seinen Tribut: Höchstgeschwindigkeiten adé. Aber bisher läuft alles gut und der Blick aus dem Fenster bietet ein wunderbares Einerlei: weiße Landschaft. Mal fliegen verschneite Tannen direkt am Fenster vorbei, dann wieder blicke ich auf ein eingeschneites Tal. Der einzige Wermutstropfen: es ist trüb – überall in Deutschland, denn diese weiße Pracht auch noch sonnenbeschienen zu genießen, das wäre es natürlich gewesen. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, folgt ein Tunnel auf den anderen, diese schwarzen Unterbrechungen mindern den Genuss natürlich schon, aber umso erfreuter bin ich, wenn die Schneelandschaften wieder auftauchen.

Und hier sitze ich die ganze Zeit

Heute gibt es endlich den längst überfälligen Blick auf meinen Arbeitsplatz. Bis letzte Woche sah der so aus:

Kartonschreibtisch

Kartonschreibtisch

Sehr improvisiert, aber zielführend, denn statt in einer dunklen Ecke auf eine kahle weiße Wand zu blicken, habe ich hier echten Ausblick. Gerade z.B. so:

Regenbogenland

Regenbogenland

Ein Besuch in der Fundgrube des berühmten schwedischen Möbelhauses hat sich gelohnt, denn dank des fast schon Methusalem-ähnlichen Alters meines Liebsten gab es zusätzlich ordentlich Rabatt auf dieses Schmuckstück:

Roter Schatz

Roter Schatz

Hier sitze ich jetzt bequem und mit ausreichendem Arbeitsplatz versorgt und genieße die abwechslungsreiche Aussicht. Mal Sonne, mal Nebel, mal strömender Regen (wie im Moment), mal ein wunderbarer Regenbogen. Da lohnt es sich immer wieder, auch mal den Kopf vom Bildschirm zu wenden und die ‚echte‘ Welt da draußen hineinzulassen. Während der letzten Monate war das fast mein einziger Kontakt mit dem Leben, deshalb: lieber improvisiert als deprimiert.

So, da bin ich wieder

Ich fange jetzt einfach mal wieder an. Mitten rein ins Leben, in dem ich so langsam wieder angekommen bin. Zuerst ein paar Fotos von gestern:

Warten auf den Sonnenaufgang I

Warten auf den Sonnenaufgang I

Warten auf den Sonnenaufgang II

Warten auf den Sonnenaufgang II

Warten auf den Sonnenaufgang III

Warten auf den Sonnenaufgang III

Der erste Sonnenstrahl

Der erste Sonnenstrahl

Da ist sie, die liebe Sonne

Da ist sie, die liebe Sonne

Eine solche Serie plane ich jetzt schon seit über einem Jahr. Gestern früh kam endlich alles zusammen: wolkenloser Himmel, ich bin wach und habe Zeit zu fotografieren. Das ist der Blick aus unserem Schlafzimmer. Die Tanne im Vordergrund hat uns im Sommer vor allzu starker Sonnenbestrahlung geschützt, im Hintergrund sind die bewaldeten Kuppen der Weinberge zu sehen. Ein wenig weiter oben, wären vielleicht sogar die Reben zu sehen, die gerade voll hängen.

Bei solchem Wetter musste ich natürlich raus und habe eine wunderbare Radtour über Felder und Weinberge gemacht, die mich bei hochsommerlichen 28°C gehörig ins Schwitzen gebracht hat. Das ist das Leben, wie es sein soll!

Frühlingsluft

… haben wir gestern tatsächlich zum ersten Mal schnuppern können. Über 10 Grad und Sonnenschein, da haben wir uns nachmittags noch mal auf den Weg in die Umgebung gemacht, ich bin auf meinem dunkelgrünen Frosch ein paar kleine Berge hoch – und wieder runter. Und es hat geduftet! Nach Erde und Frühling. Wir sind noch immer ganz im Rausch und auch heute kann es wohl so weiter gehen. Sonne wir kommen! Inzwischen sind die Fahrradtouren immer mehr Alltag, aber in den Weinbergen fühle mich trotzdem ein bisschen wie im Urlaub.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, eine schon etwas ältere Errungenschaft vorzustellen. Wie das bei drei Hälften so ist, auf einem Bein steht, oder besser, auf einem Rad fährt es sich nicht gut. Deshalb habe ich in Berlin habe ich einen quietschgrünen Mifa-Frosch zur körperertüchtigenden Fortbewegung und hier einen dunkelgrünen aus dem Hause Diamant. Zum Glück hat er im Gegensatz zu dem guten alten Stück von meiner Mama eine Gangschaltung für die Berge und statt Kamikaze-Vorderbremse eine Backenbremse. Dafür fehlt noch das Körbchen. Hier noch ein Bild mit Dynamik, das zeigt, warum Frosch eine so treffende Bezeichnung ist.

Fahrradfrosch ganz forsch

Fahrradfrosch ganz forsch

Und das beste ist: die roten Schuhe hatte ich gestern auch schon wieder an, zu schön!

Schnee!

Hier ist es zwar zu warm, als dass er liegen bliebe, aber unsere ‚Haustanne‘ sah am Samstagmorgen allerliebst aus. Ein Blick aus dem Fenster und es fühlte sich wie echter Winter an. Aber die liebe Sonne war zu stark: blitzschnell ist alles dahingeschmolzen.

Unsere verschneite 'Haustanne'

Unsere verschneite 'Haustanne'

Wenn eine eine Reise tut

Gestern habe ich mich nach einigen schönen Wochen in Berlin wieder auf den Weg ins Schwabenland gemacht. Diesmal auf einem etwas anderen Weg, weil ich eine Ausstellung und einen Vortrag in Mannheim besuchen wollte. Die Sonne strahlte und das Weiß glitzerte – ein guter Tag für eine so weitere Reise, bei der ich nicht nur ab und an mal aus dem Zugfenster gesehen habe.  Vor allem Südhessen, das ich noch nicht kannte  hat mir gut gefallen. Trotz Eiseskälte lief alles weitgehend planmäßig, das ist für die Bahn momentan wahrscheinlich eher etwas ‚Unvorhergesehenes‘.

Doch nicht nur die schöne Aussicht nach draußen hat mich vom fleißigen Lesen abgehalten. In meinem Wagen waren gleich drei Muttis mit Strickzeug, die die Zeit ungehemmt nutzten, die Schals und Socken fertigzustellen. Eine Sockenstrickerin saß direkt in meinem Blickfeld und ich war fasziniert, wie schnell und selbstverständlich sie das angestellt hat. Für mich bleibt das auch nach interessiertem Zusehen ein Buch mit sieben Siegeln. Meine halbfertigen Stulpen habe ich erst abends in der Regionalbahn wieder herausgeholt. Öffentlich stricken ist toll und zeigt, dass das nicht nur was für Omis ist, die gerne ganz viel stricken dürfen!

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Seit Freitag bin ich wieder in südlichen Gefilden – und zumindest am Sonntag war das Wetter hier  besser als in anderen Gegenden Deutschlands. Das haben wir telefonisch mit Dithmarschen, Potsdam und Berlin verglichen. Dort sind die Berichte von unserer Radtour bei Sonnenschein verwundert aufgenommen worden. Es überrascht mich immer wieder, wie schnell wir hier aus der Stadt raus und in der Natur drin sind.

Jetzt aber zu den Tatsachen. Denn aufs Rad haben wir uns nur gesetzt, weil die Idee, in die Sauna zu gehen, an den rigiden Öffnungszeiten des Heilbronner Hallenbades gescheitert ist. Sonntags ist es nur von 9 bis 17 Uhr auf, für uns verwöhnte Hauptstädter ein Schock, wir hatten einen gemütlichen und entspannten Nachmittag geplant, und der ist dann buchstäblich ins Wasser gefallen. Zum Glück hat uns wenigstens das Wetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass schnell ein Ersatzplan zur Hand war.

Am Freitag war es dafür eklig november-nasskalt. So ereilte uns der Schock ungehindert. Die Idee, abends noch über den neueröffneten Weihnachtsmarkt zu schlendern, war nicht so wirklich gut. Der Großteil der Buden schließt schon um 8, danach ist in der Fußgängerzone tote Hose. Zuerst war ich verzweifelt, aber dann konnte ich doch nur lachen. Was hatten wir denn erwartet?

Die Schrecken vom Weihnachtsmarkt gehen leider noch weiter. Am Samstag beim Night-Shopping haben wir das Angebot genau geprüft und eine unglaubliche Marktlücke entdeckt: es gibt keine Quarkkeulchen. Mit tropfendem Zahn haben wir den ganzen Markt abgesucht, ohne Erfolg. Welch ein Jammer! So hat mich dieses Wochenende recht radikal und unbarmherzig auf den Boden der Heilbronner Realität zurückgeholt. Ich hoffe, dass ich da jetzt angekommen bin und es nicht in der gleichen Weise weitergeht.